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Dein Gluten-Ratgeber

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LAKTOSE-Intoleranz

Die Milch macht's.

LAKTOSE-INTOLERANZ: Die Symptome ähneln sich. Sie sind, wenn Du keine Milch verträgst, denen der Gluten-Intoleranz verdächtig nahe. Ein Laie kann sie kaum unterscheiden. Und außerdem treten bei Zöliakie die Unverträglichkeit von Gluten und von Milch auch noch gerne im Doppelpack auf… nämlich in 80 Prozent der Fälle.

 

Um diesen Wust an Reaktionen von Magen und Darm, Kopf und Gelenken, Seele und zentralem Nervensystem auch nur einigermaßen zu sortieren, ist es wichtig, genaue Unterscheidungen zu treffen und sich gegebenenfalls bei einem Allergologen testen zu lassen.

Was ist Laktose-Intoleranz?

Die Laktose-Intoleranz ist eigentlich ein natürlicher Vorgang, der sich nach dem Abstillen allmählich entwickelt. Der Mensch ist vom Grundsatz her nicht darauf angelegt ist, ein Leben lang Milch zu trinken. Um sie aufzuspalten, braucht er das Enzym Laktase, das aber über die Jahre bis zum Erwachsenenalter kontinuierlich abgebaut wird, weil es nicht mehr gebraucht wird. 80 Prozent der Weltbevölkerung haben deshalb eine Laktose-Intoleranz, ohne dass dies als Krankeit angesehen wird. 

Milch braucht vor allem die Landwirtschaft.

 

Doch auf der nördlichen Erdhalbkugel leben wir längst unter anderen Bedingungen. Dadurch, dass milchgebende Tiere zu unseren Nutztieren und unserer Landwirtschaft zählen, sind sie zu einem zentralen Wirtschaftsfaktor geworden. Und eine der Folgen ist, dass wir weiter eifrig Milch trinken, allem voran Kuhmilch. Durch unsere Milchwirtschaft ist quasi ein künstlicher Bedarf für das Enzym Laktase entstanden, weil die viele Milch, die wir alle weit über das Kindesalter hinaus so reichlich trinken, schließlich im Körper verarbeitet werden muss.

Obwohl wir uns durch Evolution weitgehend an dieses Angebot angepasst haben, kann dennoch nicht jeder menschliche Körper tierische Milch vertragen. Bei fünf  bis 15 Prozent der Menschen funktioniert der Enzymstoffwechsel nicht richtig und es kommt zu erheblichen Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, aber auch zu Müdigkeit, Burnout und depressiven Verstimmungen… um nur einige wenige zu nennen. In einem solchen Fall sopricht man von einer erworbenen Laktose-Intoleranz, also eine Intoleranz gegen MILCHZUCKER.

Joghurt & Co.

Fermentiert das Milchprodukt (wie z.B. bei Joghurt, Kefir oder Buttermilch), verschwindet der Milchzucker zunehmend durch Vergärung. Daher kommt es, dass viele Menschen normale Milch nicht vertragen können, fermentierte jedoch schon.

Doch es gibt auch diejenigen mit einer angeborenen Laktose-Intoleranz! Ihnen fehlt durch einen Gendefekt die Laktase, um den Milchzucker aufzuspalten; sie vertragen auch keine Muttermilch und müssen deshalb auf Getreidemilch ausweichen. Andernfalls kommt es bei Babys zu schwerwiegenden Symptomen und Gedeihstörungen, im schlimmsten Fall sogar zu Hirnschädigungen.

Was ist Kuhmilcheiweiss-Allergie?

Eine völlig andere Ursache mit ganz ähnlichen Symptomen ist die Kuhmilcheiweiß-Allergie. Angenommen den Fall, die Allergie besteht wirklich "nur" gegen Kuhmilch. Dann kommen durchaus andere Milchprodukte in Betracht wie Schaf, Stute, Kamel oder Ziege – und immer vorausgesetzt, es gibt keine gleichzeitige Laktose-Intoleranz!
Wenn diese jedoch vorhanden ist, muss man, selbst wenn man keine Kuhmilch, sondern andere tierische Milch trinkt bzw. Milchprodukte isst, das benötigte Enzym Laktase (Laktrase-Tabetten/Apotheke) künstlich zuführen. Der aufzuspaltende Milchzucker ist in jeder Milch vorhanden, nicht nur in Kuhmilch – und den kann ein Körper mit Laktasemangel allein nicht abbauen.

 

Schafmilch, Stutenlich, Ziegenmilch.

Was jedoch in keiner anderen Milch vorhanden ist (und auch nicht in den aus anderer Milch hergestellten Milchprodukten) ist das Kuhmilcheiweiß.

Menschen mit einer Kuhmlich-Eiweißallergie können andere tierische Milchsorten vorsichtig ausprobieren, wie z. B. Schafmilch oder Stutenmilch, jedoch keine Kuhmilch mehr trinken und auch keine Produkte mehr essen, die aus Kuhmilch hergestellt werden oder in denen Kuhmilch in irgendeiner Form enthalten ist. Sie findet sich in zahllosen Produkten wie Schokolade, Speiseeis, Puddingpulver und diverse Fertigprodukten. Käse, Joghurt und Quark. werden manchmal vertragen.

Besser ohne Milch backen.

Bei erworbenem Laktasemangel ohne Kuhmilcheiweiß-Allergie kann das fehlende Enzym zur Aufspaltung der Laktose durch Laktrase-Tabletten ersetzt werden. Diese müssen jedoch zu jeder Mahlzeit eingenommen werden, in denen ein wie auch immer geartetes Milchprodukt aus tierischer Milch enthalten ist.

Laktosefreie Milch enthält den Wirkstoff dieser Tabletten bereits – er wurde bei der Produktion hinzugefügz. Sie ist nicht etwa "von Natur aus" laktosefrei.

Bei angeborener Laktose-Intoleranz kommt nur Getreidemilch in Frage, alle tierischen Milchprodukte dürfen nicht verzehrt werden. Sojamilch ist eine Option, führt aber bei Kindern häufig zu einer Soja-Allergie. In Frage kommen auch Reismilch oder z. B. Mandelmilch.

In jedem Fall solltest Du bei Verdacht die Symptome sorgfältig notieren und Rücksprache mit einem Experten halten.

 

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